Featured Product – Niner W.F.O (Enduro/Freeride)

Intro:


29 Zoll hat speziell den Hardtails zu einer neuen “Blüte” verholfen und bei den Fullys sind 29er im XC & Touring Umfeld auch auf dem Vormarsch. Da wir uns nun schon recht lange mit dieser Entwicklung auseinandersetzen und auch einiges an Erfahrungen mit 29ern sammeln konnten, ist diese Entwicklung für uns keine wirkliche Überraschung.

Im täglichen Shop-Alltag erleben wir aber eine quasi Grenze der Big-Bikes welche wir mit einem Inhouse Projekt ausloten wollten. “Grenze” im Sinne von Bikes mit mehr Federweg bzw. für den gröberen Einsatz. Also Enduro, Freeride, DH Bikes. Die Frage für uns war nun, ob diese Grenze eine technische ist?


Niner W.F.O im Enduro/Freeride Aufbau


Die Basis für unser Projekt stellte der wahrscheinlich einizge zur Zeit am Markt befindliche 29″ Hardcore taugliche Rahmen -  Niner W.F.O (Wide Full Open) – und die neue Manitou Dorado 29er Edition Doppelbrückengabel, dar.

Et voila….  hier das “Waffenschein pflichtige” Niner WFO:



Konfigruation:


  • Niner WFO Rahmen (135mm Hinterbau mit QR Achse)
  • RockShox Monarch RC3 HighTune Dämpfer
  • CaneCreek Angleset mit +1Grad für einen flacheren Lenkwinkel
  • Manitou Dorado 29 UpSideDown Gabel mit 175mm Federweg
  • ZTR Flow Laufräder
  • Truvative Holzfeller Kurbel, 2-Fach mit Bashguard, 20Zähne! & 36Zähne
  • Shimano XT Umwerfer vorne
  • SRAM X.9 10-Fach mid cage Schaltwerk mit 12-36 Kassette
  • Bionicon c/guide Kettenführung
  • Hope Tech EVO M4 Bremsanlage 203mm/203mm
  • Hope Anbauteile
  • RaceFace Oversize LowRiser
  • KindShox i950 Sattelstütze
  • 16,3KG Gesamtgewicht

Unsere Erfahrungen beim Aufbau:


  • Die Komponenten wie eine 29″ Dorado sind nicht “um die Ecke” erhältlich
  • Der CVA Hinterbau am Niner braucht einen progressiven Dämpfer. RockShox bietet unterschiedliche tunings an und mit dem HighTuning vom RC3 gabs bisher kein bottom out
  • Die Bionicon Kettenführung ist wirklich ein Gedicht. Einfach, leicht und da die c/Guide die Kette nicht nur auf einem Röllchen führt sondern auch nach oben hin hält, schlägt nichts auf die untere Kettenstrebe oder springt zwischen den beiden Zahnkränzen hin & her
  • 20/36 vorne ist möglich wenn man den Spacer-Ring nicht wie vorgeschrieben auf der Drive Seite sondern auf der Non-Drive Seite einsetzt. Ansonsten passt die Kettenlinie nicht und der vordere Umwerfer packt die beiden Zahnkränze nicht.
  • Das WFO hat  eine ISCG-old Kettenführungsaufnahme und verträgt  keine mit dem Tretlager mitgeschraubte Kettenführungen ala E13-DRS (ein unteres Wippenlager ragt zuweit hervor). Abgesehen davon würde im Falle der Holzfeller Kurbel die Kettenlinie bei solch einer Montageart ungünstig verändert werden.
  • Die CaneCreek Angleset Lagerschalen sind nicht sehr einfach einpressbar

Und im Gelände?


“Waffenscheinpflichtig”!…. Beeindruckend wie smooth die grossen Räder zusammen mit eigentlich “nur” 140mm und dem RS Monarch arbeiten. Auch im Bikepark ist das Verlangen nach mehr Federweg nicht aufgekommen. Die Dorado an der Front harmoniert mit dem Hinterbau hervorragend und gibt viel nutzbaren Federweg. Durch die grossen Räder verliert man schnell den Respekt vor Bremsrippen, Wurzelbretter, Kanten etc. und zusammen mit dem niedrigen Schwerpunkt ist man Ruck-Zuck ein paar Km/h schneller als sonst unterwegs. Man traut sich einfach mehr als mitm 26er.

Bezgl. Handling in engeren Anliegern oder Kurven steht das WFO “gefühlt” den 26ern um nichts nach und man bekommt schön Druck aufs Vorderrad. Die Dorado Einbaulänge zusammen mit Angle-Set Steuersatz ergibt einen Lenkwinkel der auch im steileren und rauheren Gelände eine entsprechende Laufruhe gewährt. Der Radstand bleibt dabei aber immer noch “agil”.

Die größte Überraschung lieferte das WFO aber bei einer XC  bzw. Freeride Tour im Uphill. Weder steigt das Vorderrad noch wippt der Hinterbau (scheint  am RockShox Dämpfer zu liegen) und dank der 20/36 Untersetzung bewegt man ein 16Kg Bike ohne Qual nach oben.





Unterm Strich ist ein Niner WFO in diesem Aufbau kein exotisches Experiment sondern ein ausgereiftes 29″ Bike welches die Brücke zu den LongTravel 26ern bzw. Downhill-Bikes schlägt.

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